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Beschäftigtsein ist (k)ein Statussymbol

  • vor 12 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit


Beschäftigtsein als Statussymbol
Beschäftigtsein als Statussymbol

Samstag in drei Wochen...


„Ich komme gerade zu gar nichts.“

„Es bleibt halt ständig was an mir hängen.“

„Samstag in drei Wochen hätte ich ab zwei Zeit – aber nur bis vier.“


Solche Sätze hören wir immer wieder.

Ich sage sie selbst.

Meist geht es dabei um volle Tage.

Manchmal aber schwingt etwas anderes mit.


In unserer Gesellschaft steht Beschäftigt sein nicht nur für Belastung, sondern auch für Bedeutung.


Wer viel zu tun hat, erscheint schnell gefragt, fleißig und wichtig. Der volle Kalender wird zum Symbol für ein relevantes Leben. Fast so, als wäre ein Mensch umso wertvoller, je weniger Luft in seinem Tag bleibt.


Wir haben es schlicht so gelernt - Aktivität gilt als etwas Gutes, Stillstand wirkt verdächtig.

Freie Zeit ist fast schon erklärungsbedürftig.


Das war nicht immer so. Seit der Antike galten Muße und freie Zeit in vielen Gesellschaften als Zeichen von Rang und Wohlstand – allerdings meist nur für diejenigen, die es sich leisten konnten, nicht ständig arbeiten zu müssen.


In den letzten Jahrhunderten verschob sich diese Sichtweise. Mit der Industrialisierung und einer zunehmend leistungsorientierten, kapitalistisch geprägten Wirtschaft gewannen Arbeit, Fleiß und Produktivität an Bedeutung. Heute zeigt sich Status deshalb oft weniger durch freie Zeit – und mehr durch volle Kalender, sichtbare Betriebsamkeit und materiellen Wohlstand.


Spürbar wird das in der Arbeit ebenso wie in Freizeit und Urlaub – in Gesprächen, auf Social Media und daran, wie wenig Freiraum am Wochenende bleibt. Auch die Medien erzählen eher von denen, die viel agieren, als von denen, die bewusst langsamer machen.


Warum wir am Beschäftigtsein festhalten


Beschäftigtsein gibt Halt - traurig aber wahr...eine Art von FLUCHT...


Wer viel zu tun hat, spürt weniger, was im Verborgenen wartet, wie offene Fragen, Unsicherheit, Ängste oder innere Leere.


Ein voller Tag vermittelt Struktur und gibt das beruhigende Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Dazu passt Beschäftigtsein sozial gut ins Bild. „Ich habe viel zu tun“ klingt unverfänglicher als „Ich brauche mehr Ruhe“ oder „Ich weiß gerade nicht, was mir wichtig ist“.


So wird Betriebsamkeit schnell zum Schutzschild. Mit dem Smartphone haben wir zudem etwas griffbereit, das selbst kleine Pausen mühelos füllt. Solange wir eingespannt sind, müssen wir uns mit manchem nicht auseinandersetzen. Das macht den Modus verführerisch – und schwer zu verlassen.


Was zwischen all dem Beschäftigtsein verloren geht


Wo jeder Tag gefüllt ist, bleibt wenig Raum für das, was uns in Balance hält: stille Muße, echte Erholung, klare Gedanken.


Auch das Gehirn sehnt sich nach Pausen, um Erlebtes zu verarbeiten, Eindrücke zu ordnen und Gedanken zu verknüpfen. Innere Klarheit und kreative Einfälle entstehen gerade dann, wenn scheinbar nichts passiert.


Oft fehlt nicht Zeit, sondern der Mut zur Lücke - unverplante Stunden, in denen nichts drängt.


Erst dann wird spürbar, was sonst untergeht.


Das richtige Maß finden


Beschäftigtsein wirkt nach außen wie Stärke – ist aber kein verlässlicher Maßstab nach innen.


Es liegt an uns, das richtige Maß zu finden - ein Gleichgewicht zwischen Tun und Lassen, zwischen Aktivität und Muße – individuell und immer wieder neu ausbalanciert.


Ein erfülltes Leben braucht keine lückenlos gefüllten Tage.


(Danke an den Verfasser Christof)


Bist auch Du im Strudel des Beschäftigtseins und steuerst vielleicht schon auf Überforderung und Burn-Out zu, dann lass Dich unterstützen durch die Macht Deines Unterbewusstsein und komme wieder ins Gleichgewicht.


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